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Zwischen Liebe und Überforderung: Wenn die Beziehung aus der Balance gerät

  • Jessica
  • vor 2 Stunden
  • 4 Min. Lesezeit

„Eine Beziehung ist ein Geben und Nehmen!“ Diesen Satz hast du doch bestimmt schon einmal gesagt bekommen. Von Familie, Freunden oder Verwandten. Du stellst deinen Partner an erste Stelle und deine Bedürfnisse und Wünsche nach hinten. Für manche ist das normal, denn es ist nun einmal ein Geben und Nehmen, wie es so oft gesagt wurde. Doch was, wenn aus einem Geben und Nehmen nur noch ein Geben oder Nehmen wird? Wenn du nichts mehr zurückbekommst und das, was ein Wechselseitiger Verlauf sein sollte aus dem Gleichgewicht gerät? 

In diesem Artikel erfährst du, wie man eine unausgeglichene Beziehungsdynamik erkennt, was die Auslöser und Auswirkungen sind und wie man die Balance wiederherstellen kann. 


 

Woran erkennt man eine Unausgeglichene Beziehungsdynamik? 


Jeder kennt es, in einer Beziehung entscheidet mal der eine, mal der andere mehr.

Unausgeglichen wird es, wenn du dauerhaft die Verantwortung übernimmst und Entscheidungen triffst. Vor allem, um die Harmonie zu behalten, Konflikten aus dem Weg zu gehen. Und sollte es zu einer Auseinandersetzung gekommen sein gibst du meistens nach oder machst den ersten Schritt nach einem Konflikt. Du stellst deine eigenen Bedürfnisse hinten an, um es deinem Partner recht zu machen. Somit sind Wertschätzung und Aufmerksamkeit natürlich auch nicht gleichmäßig verteilt, sodass eine Person in der Partnerschaft viel mehr Energie aufwendet, um Anerkennung zu schenken, als dass sie zurückbekommt. 

 

Wann entsteht ein Ungleichgewicht?


Selten geschieht so eine Entwicklung von heute auf morgen. Es passiert schleichend. Zu Beginn ist alles toll, da man noch das Gleichgewicht zwischen den Partnern hat. Im Laufe der Zeit kann es dann passieren, dass die Balance ins Schwanken gerät. Immer ein kleines Stückchen mehr, bis sie die Beziehung komplett aus dem Gleichgewicht geraten ist. So eine Entwicklung setzt sich aus mehreren Faktoren zusammen:


  • Erlernte Beziehungsmuster

    Welche Rolle du in Beziehungen einnimmst wurde von Erfahrungen aus der Kindheit sowie auch aus früheren Partnerschaften beeinflusst


  • Unterschiedliche Kommunikationsstile

    Kommunikation ist der Schlüssel für eine gesunde Beziehung. Manche Menschen kommunizieren mehr und sprechen alle Probleme offen an. Andere ziehen sich bei Konflikten eher zurück. 


  • Belastende Lebensphasen

    Das Beziehungsgleichgewicht kann auch phasenweise durch bestimmte Lebensereignisse aus der Bahn geworfen werden. Sei es Stress, Krankheit oder auch Umzüge oder Jobwechsel. Das alles beeinflusst die Balance.


  • Unsicherheit oder Verlustangst

    Viele Menschen haben Angst vor dem Alleinsein oder Ablehnung und nehmen ihre eigenen Bedürfnisse dann zurück, um ihre Beziehung zu behalten, da diese wie ein Anker für sie ist. 

 

 

Die Auswirkungen auf die Partnerschaft


Wenn das Gleichgewicht auf Dauer nicht wiederhergestellt werden kann, fängt die emotionale Verbindung an zu leiden.


Typische Folgen sind:

  • Emotionale Erschöpfung

  • Sinkende Zufriedenheit mit der Beziehung

  • Missverständnisse häufen sich

  • Zunehmende Frustration

  • Schwindendes Vertrauen

  • Rückzug oder Resignation


Aus diesen Merkmalen entsteht oft ein Kreislauf. Ein Partner gibt immer mehr, der andere immer weniger. Oftmals ist das nicht absichtlich, sondern weil man sich daran gewöhnt und sich Muster bilden, in die man zurückfällt. 

 

Der Weg zurück in die Balance


Nach all dem Negativen: Dynamiken lassen sich ändern. Grundlage dafür ist, dass beide Partner es wollen und bereit sich Verantwortung zu übernehmen. 


  1. Benenne das Ungleichgewicht ehrlich

    Zuallererst müsst ihr eure Gefühle wertfrei formulieren, sobald Vorwürfe in dem Raum geworfen werden, kommt ihr nicht weiter. Verwende Ich-Botschaften, um deine Gefühle zu vermitteln: „Ich habe das Gefühl, dass ich viel Verantwortung trage und wünsche mir mehr Unterstützung“ 


  2. Kommuniziere deine Bedürfnisse klar

    Wie oben bereits erwähnt ist Kommunikation sehr wichtig. Vor allem die richtige Kommunikation. Wenn du deine Bedürfnisse klar äußerst, schaffst du Raum für Verständnis und Aufklärung.


  3. Verteile Verantwortung bewusst

    Wie war die Rollenverteilung vorher und wie würdest du sie jetzt gern ändern? Überlegt gemeinsam, wie die Verantwortungen fair verteilt werden können, um eine neue Basis zu schaffen.


  4. Hinterfrage Alte Rollen

    Frage dich selbst, wieso du bisher die ganzen Aufgaben übernommen hast oder wieso nicht. So könnt ihr bestehende Muster aufbrechen und habt die Möglichkeit diese Gewohnheiten Schritt für Schritt zu ändern.


  5. Such dir Professionelle Hilfe

    Wenn du merkst, dass ihr allein nicht weiterkommt oder eure Gespräche sich nur im Kreis drehen, sucht euch Hilfe. Außenstehende können oft eine Hilfe sein, Dinge zu sehen die du nicht erkennst oder neue Perspektiven aufzuzeigen.  

 

Fazit


Wenn du dich in diesem Artikel wiedergefunden hast, kein Grund zur Sorge. Eine unausgeglichene Beziehungsdynamik ist nicht sofort gleichzusetzen mit dem Ende einer Partnerschaft. Betrachte es eher als ein Alarmzeichen, deine Bedürfnisse, Wünsche und Erwartungen neu zu betrachten und eventuell neu abzustimmen. Beziehungen sind nicht perfekt und sollen es auch nicht sein. Sie leben von Respekt und der Bereitschaft aufeinander zuzugehen und Kompromisse zu finden, um im Gleichgewicht zu bleiben. 

Wichtig ist es, frühzeitig zu erkennen, dass das Geben und Nehmen aus der Balance geraten ist. Denn so schaffst du die besten Voraussetzungen für eine gesunde und vor allem Wertschätzende Partnerschaft, die dich langfristig erfüllt. 


Quellen

Meister, D. (2023). Rettungsring Paartherapie?! Wie Paartherapie in Krisen helfen kann. Springer Verlag (S. 27-37) https://doi.org/10.1007/978-3-662-67279-2_5  


Schär, M. (2016). Paarberatung und Paartherapie : Partnerschaft zwischen Problemen und Ressourcen. Springer Berlin / Heidelberg. (S.14-18) https://doi.org/10.1007/978-3662-47482-2  


Konietzko, W. (2025). Beziehungsdynamiken erkennen.  https://www.lebensorientiert.de/beziehungsdynamik/  


Bildquelle: https://pixabay.com/de/illustrations/balance-schwingengleichberechtigung-2108024/  


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