Wenn Stress zu viel wird

Du funktionierst nur noch. Du bist erschöpft. Hetzt von einem Termin zu nächsten. Zwischendurch klingelt das Handy. Und dann hast du auch noch das Rezept vergessen, dass du eigentlich einlösen wolltest. Kommt dir das bekannt vor?
Der Alltag ist von Stress geprägt. Du als Angehörige:r merkst das oft besonders. Neben dem Versuch Arbeit und Privatleben zu jonglieren, organisierst du noch das Leben deines Angehörigen.
Aber ist Stress immer was Schlechtes? In diesem Artikel erfährst du, woher Stress kommt und welche Methoden Stress reduzieren können.
Was ist Stress?
„Ich bin gestresst“. „Ich habe gerade viel Stress“. Dies sind alltägliche Sätze in unserem Sprachgebrauch. Aber was genau versteht man in der Psychologie unter „Stress“?
Stress ist ein alter Überlebensmechanismus. Dein Körper schaltet blitzschnell in Alarm. Früher war das wichtig. Heute passiert das oft in Momenten, die gar nicht gefährlich sind. Adrenalin durchströmt den Körper und der Herzschlag wird schneller. Energie für bevorstehende Gefahrenabwehr wird bereitgestellt. Lebensgefahren sind selten. Heutzutage stresst uns eher ein Wecker, der viel zu früh klingelt.
Andere Theorien besagen: Stress entsteht, wenn deine verfügbaren Ressourcen nicht ausreichen. Ein Beispiel: Wenn dein Auto an deinem freien Tag stehen bleibt, ist das nervig. Wenn es kurz vor einem wichtigen Termin passiert, fühlt es sich sofort größer an. Stress entsteht oft dort, wo etwas Wichtiges auf etwas Unerwartetes trifft. Es ist ok, wenn dich solche Momente überfordern. Das passiert vielen. Mit solchen Situationen umzugehen, darf leichter werden. Die Fähigkeit, trotz Krisen handlungsfähig zu bleiben nennt man Resilienz.
Mehr zum Thema Resilienz findest du in unserem Blogartikel „Stark bleiben, wenn das Leben schwierig wird: Die Kraft der Resilienz“
Ist Stress immer schlecht?
Stress gehört zu dir. Und er ist nicht immer schlecht. Stress ist eine wichtige Körperfunktion. Stress macht dich wach. Stell dir vor, du sitzt in einem wichtigen Gespräch. Dein Körper hilft dir, aufmerksam zu bleiben. Nach solchen Momenten braucht dein Körper Ruhe. So können sich deine „Batterien“ wieder aufladen. Gibst du dauerhaft 100 % bist du irgendwann ausgebrannt. Kurze Erholungen haben dann keinen spürbaren Effekt mehr. Du darfst auch auf dich schauen. Gerade wenn du den Alltag für deinen Angehörigen mit organisierst.
Wie du siehst, hat Stress auch positive Seiten. Die positiven Eigenschaften gehen im medialen Diskurs meistens unter. Der Fokus liegt auf chronischem Stress. Tatsächlich ist bekannt, dass ein permanenter „Alarmmodus“ mit gesundheitlichen Folgen einher gehen kann. Man wird häufiger krank, weil unser Immunsystem geschwächt ist. Konzentrationsprobleme und Gereiztheit können weitere Beschwerden sein. Stresssymptome zeigen sich bei jedem etwas anders. Was kannst du bei dir bemerken, wenn du gestresst bist? Vielleicht hast du auch Kopfschmerzen oder bist erschöpft. Unser Körper sendet uns Warnsignale. Du darfst auf sie hören. Kleine Pausen sind wichtig. Du bist nicht allein.
Stressbewältigung
Es gibt verschiedene Wege, mit Stress umzugehen. Manche verändern die Situation. Andere beruhigen deinen Körper. Wieder andere stärken deinen inneren Halt. Bewältigung kann auf unterschiedlichen Ebenen ansetzen.
Instrumentelles Stressmanagement
Förderung von Selbstmanagement-Kompetenz
Förderung sozialkommunikativer Fähigkeiten
Förderung von Fähigkeiten zu „Selbstmitgefühl“ und „Selbstfürsorge“
Kognitives Stressmanagement
Förderung übergreifender positiver gesundheitsbezogener Überzeugungen und Resilienzfaktoren
Positive (Um-)Bewertung oder Akzeptanz unangenehmer Situationen oder Emotionen
Palliativ-regeneratives Stressmanagement
Einübung eines Entspannungsverfahrens
Förderung gesunden Schlafes
Hilfreiche Angebote gibt es zu allen Ebenen. Schaue was für dich am besten passt. Es gibt Online-Angebote oder Anbieter in deiner Umgebung. Du darfst dir auch mal eine Auszeit gönnen. An sich selbst zu denken ist kein Verrat.
Hilfreiche Tipps gegen Stress
Manchmal hilft es, die Situation selbst zu verändern. Und manchmal geht das nicht. Dann können kleine Übungen deinen Körper wieder aus dem Alarmmodus holen.
Resilienz Kurs
In einem Resilienz Kurs lernst du viele hilfreiche Strategien gegen Stress. Unser Kurs ist wissenschaftlich geprüft. Ein Kurs der genau für dich als Angehörige:r gemacht ist.
PMR & AT
Progressive Muskelrelaxation (PMR) ist ein anerkanntes Verfahren gegen Stress. Durch gezielte An- und Entspannung von Muskeln lernt dein Körper sich zu entspannen. Autogenes Training (AT) ist eine Methode, bei der du deinem Körper mit wiederholten Formeln Ruhe beibringst.
Gesunder Schlaf
Schlaf hat eine regenerative Wirkung. Nicht nur die Dauer, sondern auch die Qualität ist entscheidend. Es kann helfen, alkohol- und koffeinhaltige Getränke vor dem Einschlafen zu vermeiden. Eine abgedunkelte und lärmarme Umgebung fördert das Einschlafen.
Schon gewusst? Die genannten Verfahren werden alle von den gesetzlichen Krankenkassen gefördert. In unserem Newsletter erfährst du sofort, wenn unser Resilienz Kurs im Oktober startet. Du darfst auch an dich denken. Wirklich.
Fazit
Stress gehört zum Leben dazu. Gerade dann, wenn du nicht nur für dich selbst Verantwortung trägst, sondern auch für einen nahestehenden Menschen. Manchmal lässt sich die Belastung verändern. Manchmal nicht.
Wichtig ist: Du musst nicht jede Herausforderung einfach aushalten. Es gibt Wege, die dich entlasten können. Kleine Pausen, Entspannungsübungen oder der Austausch mit anderen Angehörigen lassen Probleme nicht verschwinden. Aber sie können dabei helfen, wieder mehr inneren Halt zu finden.
Und noch etwas: An dich selbst zu denken ist kein Verrat. Es ist Selbstfürsorge. Und die ist genauso wichtig wie die Fürsorge für andere.
Quellen
Bildquelle: https://www.pexels.com/de-de/foto/menschen-frau-buro-enttauscht-7698818/
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