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Hilfe annehmen ist Stärke: Warum niemand Krisen allein bewältigen muss

Jessica
vor 7 Stunden
4 Min. Lesezeit

„Ich schaff das schon allein.“ Diesen Satz hast du bestimmt schon einmal gesagt. Doch was passiert, wenn wir irgendwann merken, dass wir es eben nicht allein schaffen? Manchmal gerät das Leben aus dem Gleichgewicht. Eine schwierige Situation, ein Rückschlag oder eine unerwartete Veränderung kann uns vor Herausforderungen stellen. Trotzdem fällt es vielen Menschen schwer, offen zu sagen „Ich brauche Hilfe.“ Wir denken oft, stark sein bedeutet, alles selbst schaffen zu müssen. Doch genau das ist nicht der Fall. Resilienz heißt nicht, jede Krise allein durchzustehen. Auch die Fähigkeit, Unterstützung anzunehmen und sich anderen anzuvertrauen gehört zu innerer Stärke.


In diesem Artikel erfährst du, warum es uns manchmal schwerfällt, Hilfe anzunehmen, welche Bedeutung soziale Unterstützung für unsere Resilienz hat und warum niemand schwierige Zeiten allein bewältigen muss.

 


Warum fällt es uns schwer, Hilfe anzunehmen?


Hast du das Gefühl deine Probleme allein lösen zu müssen? Du möchtest unabhängig sein und anderen nicht zur Last fallen? Hilfe anzunehmen kann oft wie ein Zeichen von Schwäche wirken. Auch die Angst vor Ablehnung oder Bewertung lässt uns zögern. Wir möchten nicht zeigen, dass wir überfordert sind oder gerade nicht weiterwissen. Dadurch behalten wir unsere Sorgen für uns, obwohl ein Gespräch oder Unterstützung die Situation erleichtern könnte. Hinzu kommt, dass wir unsere eigenen Bedürfnisse manchmal erst spät wahrnehmen. Gerade in belastenden Situationen ist es jedoch wichtig, darauf zu achten, was uns guttut und wann wir Unterstützung benötigen.

 

 Was hat Hilfe annehmen mit Resilienz zu tun?


Soziale Beziehungen sind ein wichtiger Schutzfaktor für Resilienz. Sie können uns in schwierigen Situationen Halt geben und dabei helfen, Belastungen besser zu bewältigen. Zu den sieben Säulen der Resilienz gehört deshalb auch die Netzwerkorientierung. Dabei geht es darum, soziale Kontakte aufzubauen und Unterstützung anzunehmen. Resilienz bedeutet also nicht, immer allein stark sein zu müssen. Wenn du erkennst, wann Unterstützung notwendig ist, kannst du die eigenen Ressourcen besser nutzen. Ebenso ein Gespräch mit einer vertrauten Person kann dir neue Perspektiven eröffnen oder helfen, eine belastende Situation aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten.

 

Welche Unterstützung kann helfen?


  • Unterstützung durch Familie und Freunde

    Oft sind es Menschen aus unserem direkten Umfeld, die uns in schwierigen Zeiten beistehen. Familie, Freunde oder andere Vertraute können zuhören, Mut machen oder praktische Hilfe anbieten. Manchmal braucht es dabei keine konkrete Lösung. Schon das Gefühl, dass jemand da ist und aufmerksam zuhört, kann entlasten. Soziale Kontakte können dazu beitragen, sich mit den eigenen Problemen weniger einsam zu fühlen.


  • Professionelle Unterstützung

    Nicht jede Krise lässt sich durch Gespräche mit Freunden oder Familie bewältigen. Einige Situationen benötigen professionelle Begleitung. Sich Unterstützung zu suchen, bedeutet nicht, versagt zu haben. Vielmehr zeugt es, dass man die eigene Lage ernst nimmt und etwas für sich tun möchte. Wichtig ist es dabei, die eigenen Grenzen wahrzunehmen und sich Hilfe zu holen, wenn die Belastung zu groß wird.


Soziale Unterstützung als wichtige Ressource:


Neben den bereits genannten Arten gibt es noch andere Formen von sozialer Unterstützung. Diese kann unterschiedlich aussehen und muss nicht immer bedeuten, dass jemand direkt eine Lösung für ein Problem findet. Emotionale Unterstützung kann zum Beispiel durch Zuhören, Verständnis und Ermutigung entstehen. Sie kann dir das Gefühl geben, mit deinen Sorgen nicht allein zu sein.


Auch materielle Unterstützung kann dir in schwierigen Situationen helfen. Dazu gehören beispielsweise finanzielle Hilfe, Unterstützung im Haushalt oder praktische Hilfe bei alltäglichen Aufgaben.


Eine weitere wichtige Form ist die informelle Unterstützung. Damit ist die Hilfe gemeint, die du von Menschen aus deinem persönlichen Umfeld erhalten kannst. Zum Beispiel von Freunden, Familie, Nachbarn oder Kollegen. Oft entsteht diese Unterstützung selbstverständlich im Alltag durch ein Gespräch, einen guten Rat oder einfach dadurch, dass jemand für dich da ist.


All diese Formen können dazu beitragen, Belastungen besser zu bewältigen und die eigenen Ressourcen zu stärken.

 

Hilfe annehmen und gleichzeitig für andere da sein


Unterstützung ist keine Einbahnstraße. Auch für andere da sein, kann soziale Beziehungen stärken. Ein stabiles Netzwerk entsteht, wenn Menschen einander zuhören, beistehen und füreinander Verantwortung übernehmen. Dabei solltest du jedoch darauf achten, die eigenen Grenzen nicht zu überschreiten. Für andere da sein bedeutet nicht, die eigenen Bedürfnisse zu vernachlässigen. Auch hier gilt es, die eigene Belastbarkeit wahrzunehmen und rechtzeitig Pausen einzulegen oder Unterstützung zu suchen.


Fazit


Wenn wir Unterstützung zulassen, müssen wir schwierige Situationen nicht allein tragen. Andere Menschen können uns emotional auffangen, neue Lösungswege aufzeigen oder dabei helfen, wieder handlungsfähig zu werden. Gleichzeitig lernen wir unsere Bedürfnisse und Grenzen besser kennen. Diese Fähigkeit ist ein wichtiger Bestandteil von Resilienz. Stärke bedeutet nicht, alles allein schaffen zu müssen. Stärke bedeutet, zu erkennen, wann man Unterstützung braucht.


Niemand muss schwierige Phase allein bewältigen. Hilfe anzunehmen kann entlasten, neue Ressourcen erschließen und die eigene Resilienz fördern. Wer seine Grenzen kennt und Unterstützung zulässt gibt sich selbst die Möglichkeit auch herausfordernde Zeiten Schritt für Schritt zu meistern.


Für weitere Informationen und Unterstützung in Bezug auf Resilienz und Resilienz Training kann unser ZPP-Kurs interessant für dich sein.


Quellen

Bildquelle: https://pixabay.com/de/illustrations/h%C3%A4nde-erreichen-hand-sch%C3%BCtteln-5655424/


Fröhlich-Gildhoff K, Rönnau-Böse M. (2024): Resilienz. Ernst Reinhardt Verlag. (Seite 30-33) https://doi.org/10.36198/9783838563138


Poser C, Ingensiep-Noack, D. (2022): Mit Resilienz gegen Stress. Deutsche Hebammen Zeitschrift (Seite 62-66.)


Maestro Virtuale.com (2024): Soziale Unterstützung: Arten, Ebenen, Bedeutung und Einfluss. https://maestrovirtuale.com/de/Arten-der-sozialen-Unterst%C3%BCtzung--Ebenen--Bedeutung-und-Einfluss/ 


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