Warum schlafen wir eigentlich und welche Funktion hat der Schlaf?

Teil 3


Das erste was den meisten in den Sinn kommen wird, wenn man über diese Frage nachdenkt, ist, dass man Schlaf benötigt, um sich zu erholen und seine Energiereserven wieder aufzufüllen. Eine Idee, die auch Psycholog*innen, Mediziner*innen und Wissenschaftler*innen gekommen ist. Das ist aber nicht die einzige mögliche Funktion von Schlaf. Tatsächlich ist sich die Wissenschaft nicht einig, wozu genau der Schlaf eigentlich da ist. Es gibt viele verschiedene Theorien, die aber alle nicht jeden Aspekt des Schlafs erklären können oder zu denen es meist sehr uneindeutige Forschungsergebnisse gibt. Einige der prominenteren Theorien werden hier behandelt werden.

Es wurde schon lange überlegt, dass Schlaf einen großen Nutzen für uns haben muss [4]. Zumindest evolutionär gesehen ist es ein langer Zeitraum, in dem man nicht essen oder trinken kann, sich nicht fortpflanzt und auch vergleichsweise wehrlos gegenüber Gefahren ist [4]. Außerdem wäre es unwahrscheinlich, dass er sich sonst in nahezu allen Lebewesen manifestiert hätte. Um herauszufinden, worin genau dieser Nutzen besteht, hat man oft Proband*innen lange nicht schlafen lassen und untersucht, was sich im Vergleich zu weiterhin normal Schlafenden verändert hat [6]. Dabei haben sich vor allem drei Auswirkungen der Deprivation gezeigt: Proband*innen berichten mehr negative Emotionen, sind schlechter in Vigilanztests und zeigen Leistungsbeeinträchtigungen bei komplexeren kognitiven Aufgaben [6]. Auch sieht man häufig körperliche Auswirkungen des Schlafentzugs, darunter niedrigere Körpertemperaturen, höherer Blutdruck, reduzierte Immunfunktion und Schmerzschwellen und vieles anderes [6]. Verhindert man spezifisch den REM-Schlaf, nimmt die Neigung eine REM-Phase zu beginnen immer mehr zu und in den nächsten Nächten findet mehr REM-Schlaf statt, was dafürspricht, dass der eine gesonderte Funktion, unabhängig vom Tiefschlaf, haben könnte [6].

Die meisten Theorien über die Schlaffunktion unterscheiden sich deutlich und die genaue biologische Funktion ist weiterhin ein Rätsel [2]. Unumstritten ist aber, dass der Schlaf für uns Menschen lebenswichtig ist und ein Schlafentzug schwere kurz- und langfristige Konsequenzen hat [1,2]. Im Folgenden werden verschiedene dieser Theorien kurz vorgestellt, wobei am Ende besonders der Zusammenhang von Schlaf und der Gedächtniskonsolidierung erläutert wird.



Schlaf...

...ist wichtig für die Immunfunktion

Basis für diese Theorie ist, dass körpereigene Stoffe, die Einfluss auf die Immunantwort haben, auch den Schlaf verbessern [1,4]. Außerdem gibt es Evidenz dafür, dass der Schlafverlust auch Immunparameter beeinflusst und dass der Schlaf sich während der Erholung von ansteckenden Krankheiten verändert [4]. Solche Zusammenhänge haben die Vermutung nahegelegt, dass der Schlaf die Genesung von Krankheiten unterstützt. Nach der Theorie hätte sich Schlaf evolutionär durchgesetzt, da man so während einem Fieber, welches viel Energie verbraucht, durch ausgedehntes schlafen auch einiges an Energie einspart [4]. Allerdings kann diese Theorie nicht alle Aspekte des Schlafs, wie zum Beispiel das fehlende Bewusstsein währenddessen, erklären [4].

...verringert den Kalorienbedarf

...nutzt der glymphatischen Funktion

...vermindert Performanz- und Leistungseinbußen, die durch den Wachzustand hervorgerufen werden

...ist wichtig für die Gedächtniskonsolidierung



Quellen