Fühlen wir uns gesünder, wenn wir glücklicher sind?


Im Allgemeinen sind Menschen, die glücklicher sind, auch gesünder. Es scheint also einen Zusammenhang zwischen unserer Lebenszufriedenheit und unserer Gesundheit zu geben. Doch wie sieht dieser Zusammenhang genau aus und kann eine Steigerung unserer Zufriedenheit dazu führen, dass wir uns gesünder fühlen?


Vieles spricht dafür, dass unsere Lebenszufriedenheit und unsere Gesundheit zusammenhängen. Im Allgemeinen sind Menschen, die glücklicher sind, auch gesünder als jene, die unglücklicher sind. Allerdings ist es schwer zu sagen, wie dieser Zusammenhang genau aussieht. Möglicherweise fällt es gesundheitlich belasteten Menschen schwerer glücklich zu sein als gesunden Menschen. Vielleicht zeigen gesündere Menschen mehr Verhaltensweisen, die die Gesundheit langfristig verbessern. Oder fühlen wir uns gesünder, wenn wir glücklicher sind?


Um das zu untersuchen, wurde in einer Studie das Glücksempfinden der Teilnehmenden manipuliert. Dazu erhielt die eine Hälfte ein 12-wöchiges Training, bei dem eine Reihe von Techniken zur Verbesserung der Lebenszufriedenheit vermittelt wurden. Neben Achtsamkeitsmeditationen umfasste dies beispielsweise die Förderung der sozialen Beziehungen und die Dankbarkeitslehre. Die andere Hälfte erhielt dieses Training erst nach den Messungen zu Gesundheits- und Glücksempfinden. Neben der subjektiv empfundenen Gesundheit wurden außerdem einige objektive Indikatoren der körperlichen Gesundheit untersucht, darunter der Blutdruck und der Body-Mass-Index (BMI). Während die Zufriedenheit der Teilnehmer*innen der Trainingsgruppe durch das Training zunahm, blieb die Zufriedenheit der Teilnehmenden ohne Training unverändert. Doch wie hing die Veränderung der Zufriedenheit mit der Gesundheit zusammen?


Die Studie ergab, dass die Lebenszufriedenheit und die Gesundheit positiv zusammenhängen: Das Steigern des Glücksempfindens durch das Training konnte bei der Trainingsgruppe sowohl das Gesundheitsgefühl verbessern als auch das Krankheitsgefühl verringern. Sie fühlten sich gesünder und weniger krank als die Teilnehmer*innen ohne Training. Dies war auch drei Monate später noch der Fall. Interessanterweise hatte das Training keinen Einfluss auf die objektiven Gesundheitsmaße. Weder der Blutdruck, noch der BMI unterschieden sich zwischen den Gruppen. Die Verbesserung der Lebenszufriedenheit führte also dazu, dass sich die Teilnehmenden gesünder und weniger krank fühlten als Menschen ohne eine Veränderung ihrer Zufriedenheit, rein körperlich aber nicht gesünder waren.


Es ist weiterhin unklar, wie genau die Zunahme des Glücklichseins das Erleben der Gesundheit verändert. Zumindest in dem untersuchten Zeitraum veränderte die Zufriedenheit die objektiven Gesundheitsmerkmale nicht. Möglicherweise fühlten sich die Menschen einfach besser, sodass das Krankheitsempfinden sank. Außerdem könnte die Lebenszufriedenheit die Fähigkeit des Körpers beeinflussen, Krankheiten zu bekämpfen. Eine andere Erklärung, wie die Zufriedenheit unsere Gesundheit langfristig beeinflussen könnte, legt den Fokus auf unser Verhalten: Glücklichere Menschen könnten eher bereit sein, sich gesund zu ernähren, mehr Sport zu treiben oder weniger selbstzerstörerische Verhaltensweisen an den Tag zu legen wie übermäßiges Rauchen oder Trinken. Für die zukünftige Forschung wäre es interessant zu untersuchen, ob sich die Unterschiede in der Lebenszufriedenheit langfristig nicht nur auf die subjektive Beurteilung der Gesundheit, sondern auch auf objektive Indikatoren auswirkt.


Insgesamt gibt es also einen Zusammenhang zwischen unserer Lebenszufriedenheit und unserer empfundenen Gesundheit. Eine Steigerung unserer Zufriedenheit kann dazu führen, dass wir uns gesünder und weniger krank fühlen. Wie genau das passiert und wodurch der Zusammenhang beeinflusst wird, muss weiterhin untersucht werden. Insgesamt lohnt es sich aber, auf die eigene mentale Gesundheit zu achten, denn sie beeinflusst auch die körperliche!



Quellen